Wieso Selbstführung (Self-Leadership)?

Für mehr Freude, Leichtigkeit und Erfolg.

Selbstführung (Self-Leadership) ist heutzutage in aller Munde. Welche Führungskraft hat nicht schon die Behauptung gehört “Wer andere führen will, muss zuerst sich selbst führen.”? Und wissen Sie was? Es stimmt. Das Thema Selbstführung gewinnt nicht umsonst an Beachtung. Doch nicht nur Personen in einer Führungsfunktion profitieren von bewusster Selbstführung. Jeder, der sich nicht den Umständen ausgeliefert sehen möchte, profitiert davon.

Was ist Selbstführung?

Selbstführung ist die “Selbstbeeinflussung der eigenen Gedanken und des eigenen Verhaltens zur Steigerung der persönlichen Effektivität” (Furtner, 2012). Während in der Vergangenheit handlungsorientierte Techniken im Vordergrund standen, gilt heute das Bewusstsein über die eigene Person (z.B. Vision, Werte, Stärken) als wesentlicher Bestandteil der Selbstführung.

Selbstführung zeichnet sich durch drei Merkmale aus: Selbst-Klarheit, Selbst-Achtung, Selbst-Wirksamkeit. Die Bereitschaft zur Selbstreflexion, zum Einholen von Feedback und zu persönlichem Wachstum ist eine entscheidende Voraussetzung für kraftvolle Selbstführung.

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  • Selbst-Klarheit = Bewusstsein über seine Vision, seinen Sinn und seine Werte – und somit seiner eigenen Ziele.
  • Selbst-Achtung = Anerkennung seiner Stärken, seines Potenzials und anderer Aspekte seiner Individualität.
  • Selbst-Wirksamkeit = Überzeugung, sein Ziel erreichen zu können – wenn nötig, durch den Erwerb neuer Ressourcen.

Selbstführung zeigt Parallelen zum Konzept der transformationalen Führung, legt den Fokus aber auf die eigene Person. Kraftvolle Selbstführung ist entscheidend für die mentale Stärke von Führungskräften und gilt als Voraussetzung für die effektive Führung von Teams. Daher ist Selbstführung v.a. in der Führungskräfteentwicklung, im Leadership Coaching und Executive Coaching von Bedeutung. Selbstführung ist jedoch auch bei Personen ohne Führungsfunktion und ausserhalb der Berufswelt entscheidend für deren Wohlbefinden.

Was bringt Selbstführung?

Wer seine Fähigkeit zur Selbstführung entwickelt, erreicht seine Ziele − und noch vieles mehr. Führungskräfte als kraftvolle Selbstführer schaffen ausserdem ein positives Rollenmodell für ihre Mitarbeitenden und steigern dadurch das Engagement und Potenzial ihres Teams. Die Wirkung kraftvoller Selbstführung reicht also weit über die individuelle Ebene hinaus. Auch das Umfeld und der Arbeitgeber profitieren davon.

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Outcome auf individueller Ebene:

  • mehr Sinnerleben und Motivation im beruflichen Alltag
  • höhere Leistungsfähigkeit
  • Entscheidungsstärke in anspruchsvollen Situationen
  • weniger Stresserleben, stärkere Resilienz
  • bessere berufliche und private Beziehungen
  • mehr Erfolg – beruflich und privat

Icon Organization 1cm2 Outcome auf organisationaler Ebene:

  • höhere Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden
  • stärkeres Engagement der Mitarbeitenden
  • mehr Kreativität und Innovation
  • besseres Arbeitsklima
  • höherer Profit – mehr Erfolg

Sie sehen, wer sich selbst und seine Ziele kennt, seine Ressourcen stärkt und bereit ist, persönlich zu wachsen, meistert Herausforderungen mit Freude, Leichtigkeit und Erfolg. Und das ist nicht nur eine aus der Luft gegriffene Behauptung. Nein, das zeigt sogar die Wissenschaft (z.B. Furtner, 2012).

 

Literatur

  • Bryant, A. & Kazan, A. L. (2013). Self-Leadership. How to be a More Successful, Efficient and Effective Leader From the Inside out. New York: McGraw-Hill.
  • Furtner, M. (2012). Self-Leadership. Assoziationen zwischen Self-Leadership, Selbstregulation, Motivation und Leadership. Lengerich: Papst.
  • Furtner, M. & Baldegger, U. (2013). Self-Leadership und Führung. Theorien, Modelle und praktische Umsetzung. Wiesbaden: Springer Gabler.
  • Heidbrink, M. & Debnar-Daumler, S. (2016). Self-Leadership. Sich selbst führen in unsicheren Zeiten. Freiburg: Haufe.